Merkblätter zur Restaurierung der überschweren Kräder BMW R75 und Zündapp KS 750.

 

Herausgeber:  ERSATZTEIL- DIENST   Hans-Peter HOMMES       D-41748   VIERSEN   Tiefenstraße 10       Tel. 02162 - 8100933

Monatlich über unsere Webseite erhältlich.            www.wehrmachtsgespann.de
 

Nr.

8

Thema
Fahrbericht - Technik

Verfasser

H - P Hommes

Datum

Juni  2004

 

 

Die Geländefahrten in den Pyrenäen zeigten uns immer wieder welche Ausfälle durch fehlerhafte Restauration und Wartung entstehen können.

 

Ventilspiel

Die Angaben zur Einstellung des Ventilspiels im Handbuch der BMW R75 sagen ganz klar:

Das Ventilspiel muss 0,25 mm im Kolonial- und Gebirgsdienst 0,30 mm betragen.

Wer dies törichterweise, wie ein holländische BMW R75 Fahrer,  missachtet und das Ventilspiel noch unter 0,25 mm einstellt, da der Motor so doch viel leiser läuft, darf dann nicht herumjammern wenn sein Motor bereits nach einigen Kilometern Gebirgsfahrt bei 30°C Hitze keine Leistung mehr hat.
Zusätzlich hat er einen Auspuffsammler montiert der nur annähernd dem Original entsprach.
Während andere BMW R75 eine Motortemperatur von 110 bis 120°C erreichten, kletterte, von ihm unbemerkt, seine Motortemperatur  bis auf 170° C.

Fazit:

Keine Kompression auf beiden Zylindern da die Ventile, bzw. die Ventilsitzringe verbrannt sind.
 Ein nervender BMW Fahrer der mit dem Schicksal hadert und nicht verstehen will, dass sein Motor nicht mehr läuft und er dies durch eigenes Verschulden bewirkt hat.

 

Stoßstangen und Kipphebel

Die Stoßstangen (Bestell Nr. 2027) im  BMW R75- und Zündapp KS 750 Motor sind Rohre mit einer Öffnung an den Enden.
Durch die Rohre wird das Öl zur Schmierung der Kipphebelmechanik transportiert.
Die Rohre müssen in gleicher Art und aus dem passend abgestimmten Material gefertigt sein.
Stoßstangen aus dem falschen Material haben bei erreichen der Betriebstemperatur des Motors eine andere Länge.
Dies kann dazu führen, dass ein Ventilspiel von 0,25 oder sogar 0,30mm zu gering ist und die Ventile nicht schließen und dann verbrennen.

Wer Nachfertigungen einbaut, die an den Köpfen keine Öffnungen für den Öldurchfluss haben, kann damit eine Zeitlang fahren.
Bei unserem schwedischen BMW R75 Fahrer stellten wir am Ende unserer Fahrt fest:

Die Stoßstangen hatten sich in den Kipphebel (Bestell Nr. 2215-1 oder 2215-2) eingearbeitet und beide Teile waren wegen mangelhafter Schmierung bereits tief blau verfärbt.

 

Hinterradantrieb Antriebsglocke    Bestell Nr. 3041

Ein immer wiederkehrendes Problem. Die hintere Antriebsglocke lässt sich axial um bis zu 10 mm bewegen.
In diesem Fall sollte man nicht weiterfahren.
Es reicht eine starke schlagartige Belastung und die Verzahnung bricht weg.

Ursachen für das Lösen der Verschraubung gibt es verschiedene.

1.    Die Mutter auf dem Kegelrad wurde nicht fest genug angezogen. (Wer hat dafür einen Spezialschlüssel?)

2.    Die Mutter ist eine normale Mutter und liegt somit nicht entsprechend auf.

3.    Die Antriebsglocken- und die Kegelrad Keilnuten sind alt und abgenutzt.

       Bei jedem Lastwechsel bewegen sich beide und bewirken ein lösen der Mutter trotz Zahnscheibe und
       Schraubensicherungsmittel.

Zweimal musste ein KS 750 Fahrer bei unserer Fahrt seinen Hinterradantrieb ausbauen und die Mutter erneut anziehen und sichern. Bei unserer Rückkehr war die Antriebsglocke erneut lose.
Er kann die Antriebsglocke auf die Kegelradwelle locker aufschieben.
Sie hat eindeutig zuviel Spiel was immer wieder zu einem Lösen führen wird.

 

 

Starterratsche KS 750
 

Wenn man bei der Fahrt mit einer KS 750 den linken Fuß zu weit nach hinten setzt und /oder der Starterhebel steht zu weit nach vorn, dann bring man durch das teilweise herunterdrücken des Starterhebels die Ratsche (Mitnehmerzahnrad) in Eingriff.
Diese läuft dann mit, was sich durch ein klickerndes Geräusch bemerkbar macht.
Wird der Starterhebel nicht schnellsten wieder in seine Nullposition gebracht, dann wirkt die Ratsche auf Dauer wie ein Schlagschrauber und löst die Mitnehmermutter auf der Hauptwelle.
Diese dreht sich heraus, drückt hinten gegen den Deckel und dieser wird so stark gepresst das er zerbricht.

 

 

 

Antriebswelle zum Seitenwagen

Bei unserem bayerischem BMW Fahrer scherten am letzten Tag unserer Fahrt alle Zähne der Feinverzahnung an einer Seite der langen Antriebswelle  ab.
Grund hierfür war eine falsche Härtung der Verzahnung.

Das gute Aussehen einer Nachfertigung reicht nicht aus. Material und Verarbeitung müssen ebenfalls stimmen.

Wir entfernten die Welle und die letzten 100 km fuhr Fritz mit eingelegter Sperre.

 

Insgesamt wurden mehr als 900 km gefahren.
Im Gelände gingen 4 Fußrasten und 2 Packtaschenhalter zu Bruch.
Bei der Geländefahrt durch den "Canyon" benötigten wir für nur 10 km Weg mehr als 12 Stunden.
Es waren zwei Flüsse mit viel Wasser zu durchqueren.
Einige rutschige Hänge konnten nur im gemeinsamen ziehen und schieben bewältigt werden.

Es war eine Abenteuertour die einiges abverlangte.
Drei unserer Mitfahrer sind bereit über 60 Jahre und gerade diese drei erwiesen sich als besonders zäh und belastbar.

 

Wie sagte Torsten: Eine Fahrt nicht für Weicheier sondern für Männer.

 


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