Merkblätter zur Restaurierung der überschweren Kräder BMW R75 und Zündapp KS 750.
Monatlich über unsere Webseite
erhältlich.
www.wehrmachtsgespann.de
Nr.51 |
Thema
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VerfasserH - P Hommes |
Datum© 2008 h-p hommes |
Im Laufe der Jahre wurde eine Neue Originalität bei Veteranenfahrzeugen geschaffen.
Dies ist auch bei den Wehrmachtsgespannen in einigen Punkten festzustellen.
Was ich hier ansprechen möchte, ist die Art wie heute ein Wehrmachtsgespann von jedermann als Original im Aussehen und Zustand bezeichnet wird unter Verdrängung von bekannten Fakten, die klar zeigen und jedem bekannt sind, dass es diese Ausführung so nie gab.
Warum restaurieren wir trotzdem falsch?
Weil es einfacher, komfortabler oder preiswerter ist? Weil es uns so besser gefällt?
Nehmen wir ein Beispiel für BMW und Zündapp:
-Schwingachse wöchentlich schmieren-
Nach dem Abziehbild gab es werksseitig den Stempelaufdruck in weißer Schriftfarbe bei BMW und Zündapp. Als Ersatzteil gab es weiterhin das Abziehbild. |
Jeder hat ein Metallschildchen auf dem Seitenwagenschutzblech seines beigen auch nach 1943 gebauten Gespanns angebracht.
Bei der BMW R75 war, wenn keine Einprägung, dann ab Januar 1943 ein Abziehbild und ab Mai nur noch ein Stempel dort angebracht.
Jeder hat jedoch am BW 43 sein Metallschild angenietet. Warum? Sieht einfach besser aus. Ist aber nicht richtig, da es das Schild dort nie gab. Das nenne ich Neue Originalität schaffen.
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Beispiel Kradheizung:
Es wurden ab Anfang 1943 alle Gespanne mit Krad- und Seitenwagenheizung ausgerüstet.
In 1944 fielen dann die sperrigen Hand- und Fußheizungen am Krad weg. Es blieb nur die Seitenwagenheizung bis zum Ende der Produktionszeit.
Somit müssten :
1. Zumindest die Seitenwagenheizungen bei allen Kräder ab 1943 eingebaut sein.
2. Der vordere Auspuff müsste bei der KS 750 Zwischenstücke auf beiden Seiten, bei R75 einen Rohranschluss zur Seitenwagenheizung haben.
Hat aber auch fast keiner so wie es war.
Warum? Die Heizungen sind weder im Original noch als Nachbau erhältlich oder werden aus Kostengründen weggelassen.
Beispiel Zündmagnet und Lichtmaschine
Da werden 12 Volt Umbauten und elektronische Zündanlagen eingebaut.
Wenn es nicht zu sehen wäre, könnte ich mich noch damit anfreunden. Aber das erkennt man direkt an der Kabelverlegung, der Batterie und dem vergrößertem Lichtmaschinengehäuse.
Warum diese Umbauten?
Ein Argument hierfür ist, dass es besseres Licht geben würde.
Ich hab bei einer gut restaurierten Lichtmaschine kein Problem mit dem Licht und beim Zündmagneten ist der wahre Grund oft das Unvermögen, dieses wirklich gut restaurieren zu können .
Wie wär's mit dem Einbau eines Yamaha Motors. Das bringt vielleicht noch weniger Problem.
Ich meine, dass eine Restaurierung so nah wie möglich an den ursprünglichen technischen Gegebenheiten liegen sollte.
Verbesserungen ja, aber nur wenn diese nicht sichtbar sind und mit der Charakteristik des historischen Fahrzeugs noch übereinstimmen.
Eine Batteriezündung anstelle eines Magnetzünders einzubauen, ist in meinen Augen eine Resignation und das Eingestehen des Versagens bei der Restauration:
"Ich schaffe es nicht, dieses Problem in den Griff zu bekommen und suchte die einfache Lösung."
Also besser doch eine Yamaha kaufen?
Da gäbe es noch einige andere Beispiele, wie
sich die Restaurationen in eine Neue Originalität verschiebt, die mit der
tatsächlichen Originalität der Fahrzeuge keine Gemeinsamkeit mehr hat.
Glanzlack, Verchromen (Offizierausführung) Kunststoffbeschichtung, MG-Halterung
mit Anhängerkupplung und Funkgerät (Wahrscheinlich für die
Fliegendegebirgsmarine gedacht) usw. Klar, kann das jeder nach seinem Gusto
machen.
Nur als Top Original sollte man es dann nicht mehr bezeichnen.
PS:-)
Ich fahre Brigdestone Reifen.
Sehen nicht so original aus, aber sie fahren sich einfach besser auf der Straße
und besonders im Gelände. Ich möchte die auch nicht eintauschen gegen ein paar
Originalreifen. Mein Gespann ist somit auch nicht Original!
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