Merkblätter zur Restaurierung der überschweren Kräder BMW R75 und Zündapp KS 750.

 

Herausgeber:  ERSATZTEIL    DIENST       Hans-Peter HOMMES       Tiefenstraße 10   41748 Viersen

Monatlich über unsere Webseite erhältlich.            www.wehrmachtsgespann.de
 

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Thema
Vergaser-Vereisung

Verfasser

Hphommes

Datum

© 2017 h-p hommes

 

 

Der Solex Vergaser BFR 30 ist eigentlich als Vergaser für Kraftwagen entwickelt worden.

Die Daten muss ich ja hier wohl nicht niederschreiben und auch nicht die Bedeutung der Buchstaben. Das steht alles ausführlichst überall in der Zündapp KS 750 Literatur.

Welche Aufgabe hat der Vergaser?

Als erstes ist festzustellen, dass er nichts vergast. Dies würde nur sein, wenn er Kraftstoff auch in einen gasförmigen Zustand versetzen würde. Der Vergaser stellt vielmehr einen Spray aus Benzintröpfchen und Luft her, welches dann aufgrund des im Zylinder entstehenden hohen Dampfdrucks verdampft und dann verdichtet mit einem Funken zur Explosion gebracht wird.

Bleiben wir aber bei dem Ausdruck des Vergasens im Vergaser.
Dieser Vorgang benötigt Wärme. Diese Wärme entzieht es über dem Vergaser der Umgebung. Hierbei kann der Vergaser selbst recht kalt werden.
So kalt, dass sich bei einer entsprechenden Luftfeuchtigkeit ein Vereisen des Vergasers von außen und von innen im Ansaugrohr bildet.
 

Vielfach wird dieses Vereisen des Vergasers verkannt.
Der Motor stottert, zieht nicht mehr richtig.

Was macht der Fahrer? Er hält an, nimmt den Helm ab, spürt, dass es noch nicht unter null Grad ist und kratzt sich am Kopf. Dann schraubt er eine Zündkerze raus, pult etwas Ruß von der Elektrode, meint den Fehler entdeckt zu haben und baut alles wieder zusammen.
Und siehe an, der Motor startet und weiter geht es. Nach ein paar Kilometer stottert der Motor. Der Fahrer schaut diesmal beide Kerzen an und nun läuft der Motor ohne Probleme ein paar Kilometer mehr.
Vergaservereisung gibt es nicht. Es ist noch + 8° da kann es nicht sein.
Klar im Sommer kann man ja auch kein Eis machen. Logisch.

Ich habe nach mehreren Anrufen einem Zündapp Fahrer, der Vereisung nicht akzeptieren wollte, gesagt, er möge das nächste mal das Reserverad abbauen und dreimal um das Gespann rollen. Dann fährt das Motorrad wieder ein paar Kilometer. Er fühlte sich verarscht. Rief dann aber wieder an und meinte, er habe eine Zigarette geraucht, der Effekt wäre der gleiche. Der Motor lief wieder ein paar Kilometer.

Es ist nur der Faktor Zeit und das damit verbundene Abtauen des Vergasers, dass den Motor dann wieder laufen lässt.

  Einfach mal so aus Spaß gerechnet

Wenn Du mit dem Gespann eine Stunde mit Vollgas fährst, schaffst du 95 km und der Motor läuft eine Stunde mit voller Drehzahl von 4000 U/min.
Der Verbrauch liegt bei ca. 8 Liter Benzin.
Dann hat der Motor sich in der Stunde 240.000 mal gedreht.

Pro Sekunde dreht der Motor 66 mal und das Hinterrad dreht sich 13 mal.
Ist der Motor optimal eingestellt, dann benötigt 1 kg Benzin 14,7 kg Luft oder 12,25 cbm.

8 Liter x 0,75kg/L = 6 kg Benzinverbrauch auf unserer Einstundenfahrt.
Der Motor hat für die Verbrennung somit 73 kg Luft benötigt. Das sind 61 cbm.
Bei den 240.000 Explosionstakten sind jeweils 0,033 ccm Benzin, was ein pfenniggroßer Fleck, oder 33-Tausendstel ccm Benzin, mit der angesaugten Luft verbrannt worden.

Berechnen wir aber nun die Luft, dann stellen wir fest, dass pro Arbeitstakt nicht die volle Füllung  von 375 ccm erreicht wird, sondern nur so um die 255 ccm.

Um es einfach zu sagen, es gibt da eine Menge anderer Faktoren, die den gesamten Vorgang variabel werden lassen, Saugdruck, Temperatur, Luftdruck, Strömungsgeschwindigkeit usw.

Also das Sinnvollste ist, nach der alten Methode vorzugehen, und die optimale Verbrennung nicht zu errechnen sondern an der Farbe der Zündkerze zu erkennen.

Nicht die Farbe der Zündkerze von außen interessiert, sondern die Kerze muss dazu herausgedreht werden und es wird dann die Elektrode betrachtet.

Zündkerze schwarz                  =    Zuviel Benzin oder zuwenig Luft.

Zündkerze Rehbraun               =   Alles Bestens.

Zündkerze hellgrau bis weiß   =  Zuviel Luft, falsche Luft* oder zuwenig Benzin.

Es kann natürlich auch sein, dass die gesamten Düsen nicht mehr maßhaltig sind.
Das ist ein häufig verkanntes Problem, wenn ein Motor nicht mehr einzustellen ist.

 

.* Falsche Luft ist die Luft, die an falscher Stelle angesaugt werden kann. Undichte Ansauggummis usw.

     
Halten wir fest, der Vergaser kann ab einer Temperatur von +10° abwärts vereisen.
Hierbei kommt es noch zusätzlich auf eine entsprechend hohe Luftfeuchtigkeit an.
Nebelwetter ist ideal zum Vereisen.

 

Wer dann einen Wirbelluftfilter dran hat und der Vergaser vereist trotzdem?

   Der sollte sich die Fragen stellen:
- Ist meine Vorwärmung so im Auspuffrohr eingeschweißt, dass die Vorwärmung funktioniert?
- Ist mein Wirbelluftfilter überhaupt innen so gebaut, dass er dicht ist?
- Ist der Wirbelluftfilter innen durchgerostet?
- Saugt vielleicht der Motor Abgase über den Wirbelluftfilter?
 

 

 

  Was kann man gegen das Vereisen unternehmen?
Der erste Luftfilter, ein Nassluftfilter, wurde von hinten in das Getriebegehäuse und die Motorabdeckungen eingesetzt. Die Ansaugluft sollte über den warmen Motor angesaugt und dabei erwärmt werden. Deshalb sind die Luftschlitze im Motordeckel soweit nach vorn angebracht.
Aber das hat ein Vereisen nicht verhindert. Auch war der Nassluftfilter sehr pflegeintensiv.

Es wurde deshalb der in der Filterwirkung wesentlich effektivere Wirbelluftfilter angebaut.
Damit das Problem der Vereisung auch beseitigt wurde, erhielt der Wirbelluftfilter eine Vorwärmkammer für die Ansaugluft, die über die Auspuffgase beheizt wurde.
Nun rennt der Motor bei jeder Temperatur.
Das Absperrventil kann auch bei +30 Grad Temperatur offen bleiben. Das verursacht keinen Schaden. 

Vereisungen verhindern kann man nur, indem man
einen Wirbelluftfilter mit Vorheizung anbaut.

Es wird euch nicht wundern, aber wir bieten alles Notwendige dafür an.

1001 Wirbelluftfilter
1031 Absperrventil
1013 Auspuffrohr mit Vorwärmung

 

 
A - ist richtig eingesetzt- Auspuffgase führen zum Filter.
         B
- falsch eingesetztes Zuleitrohr. Es entsteht ein Saugeffekt.

Auch im Sommer muss das Ventil nicht geschlossen werden.

 

 

 

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