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Ölverlust an den Dichtungen und am Entlüfterrohr bei Boxermotoren.                H-P Hommes

 

 

Ein Problem bereitet vielen KS 750 und BMW  R75 Fahrern der Ölverlust am Motor.  Meist kommt er schleichend so das sich die Fahrer nicht mehr recht erinnern können ob er bereits immer vorhanden war oder erst jetzt sich einstellte.

 

Was hat sich geändert? Woran liegt es?

 

Geändert sind zumeist unbewusst einige Kleinigkeiten die mit der Entlüftung des Motors zusammenhängen. Undichtigkeit am Zündmagnet, Verwenden von Federringen anstelle von U-Scheiben.

 

Zuerst einmal eine einfache Erklärung der Belüftungsfunktion. Der Motor wird durch einen Drehschieber (wirkt wie ein Ventil) entlüftet. Sind beide Kolben im oberer Totpunkt, ist die größte Menge Luft im Motor. Nun fahren beide Kolben nach unten und drücken die Luft heraus. Wenn die Kolben auf halben Weg nach unten sind beginnt der Drehschieber die Entlüftung zu schließen. Sind die Kolben unten angekommen ist der Drehschieber zu. Nun fahren die Kolben wieder nach oben aber der Drehschieber ist noch nicht geöffnet und es kann keine Luft in das Motorgehäuse angesaugt werden. Es entsteht ein Unterdruck im Motorgehäuse. Beim  nächsten hinunterfahren der Kolben und öffnen des Drehschiebers wird deshalb fast keine Luft aus dem Motorgehäuse durch die Entlüftung nach außen gedrückt.

 

Anders ist es, wenn der Motor an irgend einer anderen Stelle Luft ansaugen kann. Die drückt er bei jeder Umdrehung hinaus. Hierbei nimmt er gleichzeitig Öldämpfe mit die dann als Ölaustritt am Entlüfterrohr oder an Dichtstellen erscheint.

 

Hier ein Beispiel (KS 750) von unbewusst verursachter falschen Luftzufuhr :

 

Motor lief immer ohne Ölverlust. Es werden die Ventile eingestellt. Motor drückt ab jetzt Öl über die Entlüftung hinaus. Weshalb ? Ventildichtungen wurden geprüft und waren dicht.

 

Fehlerursache: Es wurden neue Federringe bei der Montage der Ventildeckel aufgelegt. Diese dichten jedoch nicht die Bohrung für den Stehbolzen ab. Es wurde Luft an den Stehbolzen vorbei angesaugt. Da ist doch eine Ventildeckeldichtung werden jetzt einige sage. Das ist richtig aber die Deckel sind um Platz zu schaffen für die Kipphebel bis in die Bohrung der Stehbolzen gefräst. Hier dichtet die Dichtung nicht zum Stehbolzen ab. Siehe Foto.

 

Federring durch Kupferscheiben ersetzt und die Ventildeckel mit Hutmuttern befestigt und der Motor hatte keinen Ölverlust mehr.

 

Achtet also bei der Motormontage darauf, dass der Motor auch überall dicht wird. Am Zündmagnet, hinten an der Nockenwelle und vorn an den Befestigungslöchern der Lichtmaschine. Besonders oft ist ein ausgeschlagener Lüfterschieber der Grund des Ölverlustes. 

Es sind oft Kleinigkeiten die einen zur Verzweifelung treiben können. Wenn Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt schreibt mir.

 

mit besten Schrauber Grüßen

 

Hans-Peter Hommes

 

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