Merkblätter zur Restaurierung der überschweren Kräder BMW R75 und Zündapp KS 750.

 

Herausgeber:  ERSATZTEIL    DIENST       Hans-Peter HOMMES       Tiefenstraße 10   41748 Viersen

Monatlich über unsere Webseite erhältlich.            www.wehrmachtsgespann.de
 


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Thema
 

Autor

Hans-Peter Hommes

Date

© 2026 h-p hommes

 

 

Das Motorventil und der Zylinderkopf

Wo fangen wir an?

Also es gab früher, das meint bei den original Zündapp KS 750 zwei verschiedene Ventilausführungen.
Die Waren auch beschriftet innen in der Tulpe. EIN oder AUS stand dort.

Warum zwei verschiedene? Aus Preis oder Materialgründen?

Das Einlassventil wird ja immer gut durch das zuströmen des Kraftstoffgemischs gekühlt. Also nicht so beansprucht. Deshalb aus einfacherem Material hergestellt.

Das Auslassventil wurde bis zum glühen aufgeheizt. Somit stark beansprucht.
Wurde
aus hitzebeständigeren Nickel-Chrom-Legierungen hergestellt.
Nickel war nicht unbegrenzt verfügbar.

Der Ventilsitzring
Die werden bei mir immer gegen neue Ventilsitzringe, die auch für bleifreies Benzin geeignet sind, ausgetauscht.. Es gibt nichts gehässigeres als ein Herhausgefallener Ventilsitzring. Du fährst super und bist zufrieden wie der Motor läuft. Machst eine Pause, willst wieder los und da fehlt dir auf einem Zylinder die Kompression.
Beim abkühlen ist er einfach raus gefallen. Und da kannst du alles vergessen.
Den bekommt man nicht mehr hinein. Da benötigt man einen anderen Kopf.
Mehrfach bereits erlebt auf unseren Pyrenäenfahrten. Nicht bei mir. Ich hab neue drin. Aber die alten Ringe, die fallen einfach raus.........
Sitzringe sollten immer in einer Fachwerkstatt eingesetzt werden.


Die unterschiedliche Belastung sieht man hier gut,
 an diesem gebrauchten Zylinderkopf
Rechts das Auslassventil ist schwarz und das Einlassventil links schön sauber.

 

 

Ventile einschleifen?  Oder Ventil fräsen.

Ventile werden eingefräst und zwar mit drei Fräsern unterschiedlicher Winkel.

Der 45° Fräser fräßt die Auflage des Ventils auf die durch das Durchsteckmaß bestimmte Höhe.
Ist die Höhe zu gering wird das Durchsteckmass zu groß und die Kipphebel stehen nicht im richtigen Winkel zum Ventil. Die Kinematik stimmt nicht.
Folgen, schnellerer Verschleiß der Führung, da mehr Seitendruck entsteht.
Das gleiche bei zu viel Durchsteckmaß.
Auch lässt sich dann oft die Ventileinstellschraube nicht mehr kontern und sitzt ganz oben.

Dann wird mit dem 15° und 75° Fräser alles frei gefräst,
bis nur noch eine Ventilsitzfläche von 1,0 bis 2,5mm je nach Ventil stehen bleibt.

Bei gutem fräsen muss die 45° Fläche dann nicht mehr geschliffen werden.
Wenn schleifen notwendig, dann die Ventilsitzfläche beachten.
Wer dann lustig schleift bekommt eine breite Ventilsitzfläche.
Das ist nicht gut für das Abdichten und fördert das bilden von Ölkohle beim Auslaßventil.
Ist also alles nicht so einfach um es mal eben am Küchentisch zu basteln.


Hier noch ein paar Tips:

Sehr oft verliert der Zylinderkopf nach dem Anbauen an der unteren Zylinderkopfdichtung etwas Öl. Das liegt nicht an der Dichtung.
Oft sind die Zylinderköpfe etwas verzogen.
Wir planen die Zylinderköpfe wenn diese mehr als 0,05 verzogen sind, so wie hier rechts.
Dann klappt es auch mit dem Ölverlust.

 

 

Zylinderkopfdichtungen

Da gibt es auch welche, da ist der gepresste Innenring aus Blech, immer noch  dicker als die Dichtung.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, etwas Dichtmasse in den hier kritischen Bereichen bei einem nicht ganz planem Zylinderkopf auf zu tragen. Aber nicht bis auf den Blechring, sondern nur bis an den Blechring die Paste aufbringen.

Aber besser ist das Planen des  Zylinderkopfes.
Das würde nach 226 Demontagen mal Not tun.

Wir nehmen bevorzugt Dirko  dafür.

 

 

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