Merkblätter zur Restaurierung der überschweren Kräder BMW R75 und Zündapp KS 750.

 

Herausgeber:  ERSATZTEIL- DIENST   Hans-Peter HOMMES       D-41748   VIERSEN   Tiefenstraße 10       Tel. 02162 - 8100933

Monatlich über unsere Webseite erhältlich.            www.wehrmachtsgespann.de
 

Nr.

16

Thema
Zündmagnet

Verfasser

H - P Hommes

Datum
© 2006 h-p hommes

 

Zündausfall bei erhöhter Drehzahl

 

Durch das automatische verstellen auf Frühzündung durch den Fliehkraftregler, kann es zu Zündaussetzern ab einer bestimmten Drehzahl kommen.
Das aussetzen der Zündung kann auch nur an einer Zylinderseite auftreten.

Ursache ist die nicht korrekte Einstellung der Grundplatte.

 

Durch die Drehung des Ankers wird eine Spannung erzeugt.
Bei deren max. Stärke sollte der Kontakt öffnen und ein Funke entsteht.

Durch die Verstellung wird der Funke früher erzeugt wo die Spannung geringer ist.

Ist die Grundeinstellung falsch, wird bei der Verstellung der Zündpunkt bis in den Bereich verschoben, wo der Zündfunke keine ausreichende Spannung hat.

  Es entstehen Zündaussetzer.

 

Das Noris Zündmagnet verstellt den Zündzeitpunkt bis zu 15°. Hierdurch wird der Zündfunke bei erhöhter Drehzahl immer schwächer. Öffnet der Zündkontakt bereits dann, wenn die Spannung noch nicht so hoch ist, dass ein zündfähiger Funke entstehen kann, dann kommt es zu Zündaussetzern. Ursache für das abschwächen des Funken  beim Noris ist, dass das öffnen des Kontaktes durch die Verstellung vom höchsten Spannungspunkt nach unten verschoben wird.

Beim Bosch Zündmagneten bleibt der Zündfunke immer gleich stark, da die Verstellung auf Frühzündung nicht die Position des Ankers zum öffnen des Kontaktes verändert.

 

Wie stelle ich die Grundplatte ein?

Das Zündmagnet wird über einen Elektromotor, der mindestens 2.200 Umdrehungen bringt, angetrieben.
Kontaktabstand auf 0,25mm stellen.


Das Zündkabel im Abstand von 8mm zu einem Massepunkt befestigen.


Wenn wir nun den Magneten anlaufen lassen, hat bis zur höchsten Drehzahl immer ein Zündfunke zu entstehen. (Der Elektrodenabstand ist zwar nur 0,4 mm an der Zündkerze, aber da ist dann ein komprimiertes Gemisch. Bei freier Prüfung sind 8-11mm das Maß aller Dinge).


Ist dies nicht der Fall, dann wird die Grundplatte im Bereich der Langlöcher probeweise in die eine oder andere Richtung verstellt, bis das ein guter Zündfunke über den gesamten Drehzahlbereich vorhanden ist.
 

 

Ist die Fixierung der Grundplatte direkt am Grenzbereich erfolgt, kann das Verstellen des Zündkontaktes bereits den Zusammenbruch des Funkens bewirken.

Nachdem das optimal eingestellten Zündmagnet auf dem Motor aufgesetzt ist, prüfen wir wo wirklich der Zündzeitpunkt liegt.
 

Hierzu nehmen wir Zigarettenpapier und klemmen es zwischen die Kontakte. Dann den Motor langsam auf OT drehen.

Hierbei am Schauloch die Markierung auf der Kurbelwelle beobachten.

Wenn der Kontakt öffnet sollte die Markierung spätestens nach ca. 25 mm mittig im Schauloch stehen.    
Also die Zündung darf bis zu 25 mm vor OT erfolgen.

 

Nach meiner Erfahrung läuft ein Motor in dieser Frühzündungseinstellung am Besten.


Das genaue einregulieren auf den exakten Zündpunkt in Schaulochmitte hätte seinen Preis. Jedes Verstellen des Zündkontaktes wird eine geringere Zündspannung bewirken. Diese hatten wir ja vorher mit dem Abstand von 0,25 mm optimal eingestellt.

Auch ist zu bedenken, dass heute ein gänzlich anderer Kraftstoff zur Verbrennung kommt als Anno Tobac.

 

Den Leuten, die mit Ihren Stroboskoplampen versuchen  die Zündung einzustellen sei gesagt: Vergesst es!

 

Weiter Ursachen für Zündversagen.

Zündausfall wird auch häufig durch schlecht gefertigte Zündspulen verursacht. Durch die auftretende Wärme verschieben sich die Wicklungen und erzeugen einen Kurzschluss, wodurch die Zündspannung sich so abschwächt, das der Zündfunke für eine Zündung nicht mehr ausreicht.

 

Auch bewirken schlecht gefertigte Zündnocken einen schnellen Verschleiß des Läufers am Zündkontakt.

Der Läufer nutzt ab und verkleinert den Kontaktabstand bis auf Null, sodass kein Zündfunke mehr entstehen kann.

Diese Läufer haben auch eine zu kurze Öffnungszeit und sind an der Lauffläche nur feingedreht und nicht geschliffen .

Prüfen: Kratzen Sie mit einem Fingernagel über die Lauffläche. Sie verspüren Rillen? Dann ist dies so ein minderwertiges Exemplar. Gute Zündnocken sind blank und glatt geschliffen.

 

Es sieht einfach aus einen Noris Zündmagneten zusammenzubauen.
Aber es gibt hier eine Menge Möglichkeiten Fehler einzubauen, falsche Einstellungen vorzunehmen oder falschen Ersatzteile zu verarbeiten welche Fehler haben, die nicht sofort erkennbar sind und erst später ihre Wirkung zeigen.

Das Zündmagneten arbeitet mit einer hohen Stromspannung. Was nicht aus wirklich durchschlagfestem Material gefertigt ist, wird mit der Zeit durchschlagen und neue Probleme erzeugen die zum Ausfall der Zündanlage führen.

 

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